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Löschen

Das Löschen steht in der Plattenansicht unter Platte löschen. Es ist destruktiv und verlangt die Seriennummer als Bestätigung.

Wann ist Löschen möglich?​

Erlaubt ist es auch für Platten, auf denen nur alte RAID-/LVM-/ZFS-/LUKS-Signaturen liegen, die gerade nichts benutzt. Verweigert wird das Löschen bei:

  • eingehängten Platten bzw. Platten mit eingehängten Partitionen,
  • aktiven md-/dm-Geräten,
  • aktivem Swap (inaktive Swap-Partitionen sperren die Platte nicht),
  • dem System-Laufwerk (Plakette „System“),
  • exklusiv geöffneten Platten (z. B. importierter ZFS-Pool).

Vor jedem Schritt prüft der Dienst erneut, ob unter dem Pfad noch dieselbe Platte steckt.

Methoden​

MethodeWann verwendenHinweise
Schnell löschenPlatte wird wiederverwendet oder weitergegeben, Inhalt ist unkritischwipefs auf allen Partitionen und der Platte, erste und letzte 32 MiB nullen, Partitionstabelle neu einlesen. Dauert Sekunden. Daten bleiben forensisch lesbar.
Nullen / Zufall überschreibenHDDs, allgemeiner StandardEin Durchgang genügt (NIST 800-88 Clear). Mehr Durchgänge bringen bei heutigen HDDs nichts. Bei SSDs nicht zuverlässig (Wear-Leveling, Reserveblöcke).
ATA Secure Erase / EnhancedSATA-SSDs und HDDs, wenn die Firmware es kannDie Firmware löscht selbst (NIST 800-88 Purge). Nicht abbrechbar. Die Platte darf nicht „frozen“ sein; über USB-Adapter meist nicht verfügbar.
NVMe Format / SanitizeNVMe-SSDsSanitize ist die gründlichere Methode (Purge). Beides wirkt auf den ganzen Controller: Gibt es mehrere Namespaces, wird die Methode nicht angeboten, weil sonst auch die anderen Namespaces gelöscht würden.
TRIM/DiscardSchnell auf SSDs, nur mit VerifikationDiscard gibt Blöcke nur frei, manche Geräte liefern danach weiter alte Daten. Deshalb ist die Verifikation hier Pflicht.

Das sichere Löschen beginnt immer mit dem schnellen Löschen (Signaturen entfernen) und führt danach die gewählte Methode aus. Bei Nullen und Zufall lassen sich 1 bis 7 Durchgänge wählen; bei Zufall hängt standardmäßig ein abschließender Null-Durchgang an. Die Oberfläche schlägt je nach Platte eine Methode vor: bei HDDs Nullen, bei SSDs bevorzugt eine Firmware-Methode.

NIST 800-88​

Die Methoden orientieren sich an NIST SP 800-88:

  • Clear: Überschreiben mit Standard-Schreibbefehlen (Nullen oder Zufall, ein Durchgang). Reicht für HDDs, die weiterverwendet oder weitergegeben werden.
  • Purge: Löschen durch die Firmware (ATA Secure Erase, NVMe Sanitize). Wirkt auch auf Bereiche, die per Schreibzugriff nicht erreichbar sind.

Hinweise für SSDs​

  • Überschreiben ist bei SSDs nicht zuverlässig, weil Wear-Leveling und Reserveblöcke Daten an Orten halten können, die per Schreibzugriff nicht erreichbar sind. Besser sind ATA Secure Erase (Enhanced, falls unterstützt), NVMe Sanitize oder NVMe Format.
  • Über USB-Adapter ist ATA Secure Erase meist nicht verfügbar. Die Oberfläche nennt in dem Fall den Grund.
  • Steht eine Platte auf „frozen“, blockiert das BIOS bzw. der Kernel den Erase-Befehl. Dann die Platte im laufenden Betrieb neu einstecken (Hotplug) oder den Rechner in den Standby schicken und wieder aufwecken.
  • TRIM/Discard ist schnell, aber nur mit Verifikation aussagekräftig.

Verifizieren​

„Verifizieren“ liest die ganze Platte zurück und prüft, dass alles Nullen sind. Das geht bei Nullen, bei Zufall mit abschließendem Null-Durchgang und bei Discard/Secure Erase nur, wenn die Platte danach Nullen liefert (Enhanced Erase schreibt bei manchen Platten ein anderes Muster, dann schlägt die Prüfung fehl, obwohl die Daten weg sind). Bei Zufall ohne abschließenden Null-Durchgang ist die Verifikation nicht möglich.

Vor dem Zurücklesen werden zwischengespeicherte Seiten verworfen, damit selbst geschriebene Nullen nicht verdecken, was die Platte wirklich liefert.

ATA-Passwort nach Abbruch oder Absturz​

Für Secure Erase setzt der Dienst kurzzeitig das ATA-Sicherheitspasswort dtpass. Bei Fehlern und Abbruch wird es wieder entfernt, nach einem erfolgreichen Erase löscht es die Platte selbst. Wird der Server aber mitten im Vorgang hart beendet oder fällt der Strom aus, kann die Platte mit diesem Passwort gesperrt bleiben (nach einem Power-Cycle ist sie dann nicht mehr lesbar). Das Tool bietet Secure Erase dann nicht mehr an und nennt den Befehl. Entsperren und Passwort entfernen:

hdparm --user-master u --security-disable dtpass /dev/sdX

Steht die Platte nach einem Neustart als „locked“, vorher mit hdparm --user-master u --security-unlock dtpass /dev/sdX entsperren (ggf. Platte neu anstecken). Danach hdparm -I /dev/sdX ansehen: „not enabled“ bedeutet, das Passwort ist weg.