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Tests

In der Plattenansicht gibt es im Bereich Tests fünf Test-Typen und die Testpläne. Pro Platte läuft immer nur ein Job. Die angezeigten Dauern sind Schätzungen (für Lese- und Schreibzeiten werden etwa 150 MB/s angenommen, für SMART-Tests die Zeitangabe der Firmware).

TestWas passiertZerstörend
SMART KurztestKurzer Firmware-Selbsttest, erkennt grobe Fehler. Dauert wenige Minuten.nein
SMART LangtestVollständiger Oberflächentest durch die Platten-Firmware (Extended). Dauert je nach Größe mehrere Stunden.nein
Lese-ScanLiest die ganze Platte mit badblocks (nur lesend). Daten bleiben erhalten.nein
Schreibtestbadblocks schreibt 4 Muster über die ganze Platte, liest zurück und vergleicht. Mit der Option „Schnell“ wird nur ein Zufallsmuster verwendet (etwa 4-mal schneller).ja
Burn-inSMART Kurztest, Schreibtest und SMART Langtest nacheinander.ja

Der Schreibtest (badblocks -w) zerstört alle Daten auf der Platte.

Sicherheit bei zerstörenden Tests​

  • Zerstörende Tests starten erst nach ausdrücklicher Bestätigung: Die Seriennummer (bei Platten ohne Seriennummer die Kennung) muss eingetippt werden.
  • Platten mit eingehängten Partitionen, aktivem Swap, aktiven RAID/LVM-Geräten oder das System-/Boot-Laufwerk sind für zerstörende Tests gesperrt. Das System-Laufwerk trägt die Plakette „System“, andere belegte Platten „In Benutzung“ mit dem Grund. Das erzwingt der Dienst selbst, nicht nur die Oberfläche.
  • Platten, auf denen nur alte RAID-/LVM-/ZFS-/LUKS-Signaturen liegen, sind für Tests gesperrt, lassen sich aber mit Schnell löschen bereinigen (siehe Löschen).
  • Vor jedem Schritt prüft der Dienst erneut, ob unter dem Pfad noch dieselbe Platte steckt, und er verweigert den Start, wenn bereits ein anderer badblocks-Prozess auf dem Gerät arbeitet.
  • Prüfe vor jedem zerstörenden Lauf Modell und Seriennummer in der Oberfläche und vergleiche mit dem Aufkleber auf der Platte.
  • Beim Stoppen des Dienstes werden laufende badblocks-Prozesse beendet. Als „läuft“ gespeicherte Jobs werden beim nächsten Start als „unterbrochen“ markiert.

Testpläne​

Ein Testplan ist eine geordnete Liste von 1 bis 8 Schritten, die nacheinander als ein Job laufen. Jeder Schritt darf höchstens einmal vorkommen; der erste fehlgeschlagene Schritt beendet den Job. Mögliche Schritte: SMART Kurztest, SMART Conveyance-Test, Lese-Scan, Schreibtest, SMART Langtest, Schnell löschen, Überschreiben und Verifizieren.

Ein Plan mit einem schreibenden Schritt (Schreibtest, Schnell löschen, Überschreiben) ist zerstörend: Er braucht eine Platte, die nicht in Benutzung ist, und die Bestätigung per Seriennummer.

Vorgegebene Pläne (nicht änderbar):

PlanSchritte
Schnellcheck (quick-check)SMART Kurztest
Vollständiger Lesetest (full-read)SMART Kurztest, Lese-Scan, SMART Langtest
Burn-in (burn-in)SMART Kurztest, Schreibtest, SMART Langtest
Burn-in schnell (burn-in-quick)SMART Kurztest, Schreibtest mit Option „Schnell“, SMART Langtest
Löschen und prüfen (wipe-and-check)Schnell löschen, SMART Kurztest

Eigene Pläne werden unter Einstellungen angelegt, geändert und gelöscht; sie stehen danach in der Plattenansicht und für die Automatik zur Auswahl. Pro Plan lassen sich Optionen setzen: „Schnell“ für den Schreibtest sowie Verfahren (Nullen oder Zufall), Durchläufe und abschließender Null-Durchgang für das Überschreiben.

Empfohlener Ablauf für alte NAS-Platten​

  1. Platte anschließen, SMART-Grundzustand ansehen und notieren (Reallocated, Pending, Offline Uncorrectable, Power-On-Hours, UDMA-CRC-Fehler).
  2. SMART Kurztest starten, danach den SMART Langtest (Extended). Das dauert je nach Größe mehrere Stunden.
  3. Destruktiver Schreibtest (4 Muster) über die ganze Platte. Bei großen Platten dauert das Tage; der Fortschritt ist in der Oberfläche sichtbar.
  4. Danach erneut die SMART-Werte prüfen und mit dem Ausgangszustand vergleichen, anschließend nochmal einen SMART Langtest.

Der Burn-in fasst die Schritte 2 bis 4 (Kurztest, Schreibtest, Langtest) in einem Job zusammen. Mit der Automatik läuft ein Plan direkt nach dem Einstecken an.

Ergebnisse lesen​

Jeder Job vergleicht die kritischen SMART-Zähler (5, 197, 198, 187, 199 und bei NVMe die Media Errors) vor und nach dem Lauf. Steigt ein Zähler, entsteht ein Befund wie „Reallocated Sectors: 0 → 8“. Der Testverlauf der Platte zeigt für jeden Job Ergebnis, Dauer, Befunde und Log.

Der Job-Status ist:

  • bestanden: Alle Schritte liefen fehlerfrei. Nach jedem beendeten Schritt wird die Phasenanzeige zurückgesetzt, ein bestandener Job zeigt also keinen laufenden Selbsttest mehr.
  • fehlgeschlagen / Fehler: Ein Schritt hat Fehler gefunden oder ist ausgefallen.
  • abgebrochen: Vom Nutzer gestoppt.
  • unterbrochen: Der Dienst wurde während des Jobs beendet.

Das Verdict der Platte bewertet danach den SMART-Stand:

  • Gut (PASS): keine badblocks-Fehler, SMART-Gesamtstatus PASSED, keine kritischen Zähler gewachsen. Die Platte kann weiterverwendet werden.
  • Warnung: kleine Auffälligkeiten (z. B. wenige neu umgelagerte Sektoren, hohe Betriebsstunden, CRC-Fehler, oft Kabel oder Adapter). Beobachten, nicht für wichtige Daten ohne Redundanz verwenden.
  • Defekt (FAIL): badblocks fand Fehler, ein SMART-Selbsttest meldet Lesefehler, es gibt Pending-/Uncorrectable-Sektoren oder der SMART-Gesamtstatus ist FAILED. Platte aussortieren.

Maßgeblich ist die Begründung, die das Verdict in der Oberfläche auflistet. Details zu den einzelnen Befunden stehen unter Bedienung.